Erfolgsbilanz im internationalen Spitzensport
Zentrale Befunde
Ob ein Land an internationalen Titelkämpfen erfolgreich ist, gilt als wichtiger Indikator zur Einschätzung des Niveaus seines Hochleistungssports. Die folgende Abbildung zeigt, wie viele Medaillen und Top-8-Rangierungen (Medaillen plus Olympische Diplome) die Schweizer Delegationen an den Olympischen Sommer- und Winterspielen seit 1964 gewonnen haben.
Aus der Darstellung geht ein längerfristiges Auf und Ab der Erfolge hervor. Bei den Winterspielen ist jedoch seit den 1990er Jahren ein deutlicher Aufschwung zu verzeichnen, der nur in Vancouver 2010 kurzfristig unterbrochen wurde und in Milano Cortina 2026 mit 23 Medaillen und insgesamt 56 Rangierungen in den Top 8 seinen vorläufigen Höhepunkt fand.
Etwas anders sieht es bei den Sommerspielen aus, wo London 2012 als «negativer» Ausreisser der jüngeren Geschichte charakterisiert werden muss. Seither ist bei den Finalrangierungen jedoch ein deutlicher Aufwärtstrend feststellbar, der in Paris 2024 zum besten Ergebnis seit 1964 geführt hat. Auch die Medaillenausbeute war in Paris mit 8 Medaillen überdurchschnittlich, wurde jedoch durch den «historischen Erfolg» an den Tokyo 2020 Games etwas überschattet, welche bedingt durch die Covid-19-Pandemie erst 2021 durchgeführt wurden.
Weitere Informationen zum Indikator finden sich in einem PDF-Dokument.
Die Erhebung von Daten zu internationalen Erfolgen der Schweiz und anderer Länder ist angesichts der grossen Zahl internationaler Titelkämpfe, die jährlich ausgetragen werden, sehr schwierig. Aus diesem Grunde berücksichtigt der Indikator «Erfolgsbilanz im internationalen Spitzensport» nur die Resultate von Olympischen Spielen, die alle vier Jahre stattfinden, an denen jedoch die Weltelite in einer grossen Zahl von Sportarten vertreten ist.
Zur Darstellung gelangen die folgenden zwei Indikatoren:
- Medaillen: Gesamtzahl der gewonnenen Medaillen (Gold, Silber, Bronze)
- Top-8-Rangierungen: Gesamtzahl der Rangierungen in den Top 8 (Medaillen plus Olympische Diplome)
Weitere Informationen sind in einem gesonderten PDF-Dokument verfügbar.
Die zusätzlichen Analysen zeigen unter anderem:
- Geschlechterunterschiede: Seit 1964 haben die Männer in der Regel mehr Medaillen und Diplome gewonnen als die Frauen. In jüngerer Zeit haben die Frauen aber aufgeholt und die Männer neuerdings teilweise überholt.
- Internationaler Vergleich: Seit 2000 schliesst die Schweiz bei Olympischen Winterspielen in der Regel in den Top 10 aller Teilnehmerländer ab. Bei den Sommerspielen resultiert kaum je ein Schlussrang in den Top 10.
- Sportartenanalyse: Die Schweizer Erfolge konzentrieren sich auf wenige Sportarten. Bei den Winterspielen sind dies vor allem Ski alpin, Langlauf und Biathlon; bei den Sommerspielen Radsport, Tennis und Rudern.
Datenquellen:
- Datenbasis des Sportobservatoriums zur Erfolgsbilanz an Olympischen Spielen ab 1964 sowie Datenbank von Swiss Olympic.
Weiterführende Literatur:
- Es existieren verschiedene Sonderberichte zu ausgewählten Austragungen Olympischer Spiele (vgl. Abschnitt «weiterführende Informationen» weiter unten). Eine Detailanalyse der Zeit zwischen 1964 und 1998 findet sich in: Stamm, H.P., und M. Lamprecht (2000): Der Schweizer Spitzensport im internationalen Vergleich. Eine empirische Analyse der Olympischen Spiele, 1964-1998 (GFS 21). Zürich: GFS.
Verwandte Indikatoren:
Links:
- Detailbericht Winterspiele Milano Cortina 2026
- Detailbericht Sommerspiele Paris 2024
- Detailbericht Winterspiele Peking 2022
- Detailbericht Sommerspiele Tokio 2020/21